Bestandsprognose: Forecasting bei schwankender Nachfrage.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Forecast schätzt den künftigen Bedarf je Artikel und ist die Grundlage für Sicherheitsbestand und Bestellpunkt.
- Kein Modell trifft die Zukunft exakt: Ziel ist ein systematisch kleiner Fehler, nicht der perfekte Punktwert.
- Das richtige Verfahren hängt vom Bedarfsmuster ab: glatt, trendbehaftet, saisonal oder sporadisch.
- Sporadische Artikel (viele Nulltage) brauchen eigene Verfahren wie Croston, keine klassische Glättung.
- Der größte Hebel ist selten das Modell, sondern die Datenqualität davor.
Wozu braucht ihr überhaupt einen Forecast?
Sicherheitsbestand und Bestellpunkt setzen einen erwarteten Verbrauch voraus. Nehmt ihr dafür den Durchschnitt der Vergangenheit, ignoriert ihr Trend und Saison und liegt systematisch daneben: zu viel Bestand vor der Flaute, zu wenig vor der Spitze. Der Forecast ersetzt den Rückspiegel durch eine Vorausschau.
Welches Verfahren passt zu welchem Muster?
Welche Artikel in welche Gruppe fallen, sagt euch die ABC/XYZ-Analyse. Der Forecast wird also je Klasse unterschiedlich gerechnet, nicht pauschal.
Wie erkennt ihr einen guten Forecast?
Nicht am Einzeltreffer, sondern am Fehler über die Zeit. Kennzahlen wie MAPE oder Bias zeigen, ob ihr im Schnitt daneben liegt und ob systematisch nach oben oder unten. Ein Forecast mit konstantem Bias ist schlimmer als einer mit zufälligem Rauschen: Der eine ist korrigierbar, der andere ehrlich.
Bevor ihr über Verfahren streitet, bereinigt die Historie: Einmalaufträge, Werksverbräuche und ausgelistete Artikel verzerren jeden Forecast. Ein einfaches Modell auf sauberen Daten schlägt ein komplexes auf schmutzigen.
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