Bestandstypen: So berechnet ihr euren Überbestand.

Das Wichtigste in Kürze

  • Euer Lagerbestand besteht aus drei Schichten: Zyklusbestand, Sicherheitsbestand und Überbestand.
  • Nur der Überbestand ist verzichtbar: totes Kapital ohne Beitrag zur Lieferfähigkeit.
  • Als Überschlag gilt: Überbestand = Ist-Bestandswert minus Monatsverbrauch × Ziel-Reichweite.
  • Nach unserer Projekterfahrung stecken in gewachsenen Sortimenten oft 20 bis 30 % des Bestandswerts im Überbestand.

Welche Bestandstypen gibt es?

Im Schnitt die halbe Bestellmenge. Entsteht durch den Rhythmus aus Bestellen und Verbrauchen. Arbeitet.

Der bewusst gehaltene Puffer gegen Schwankungen. Arbeitet, wenn er richtig dimensioniert ist.

Alles darüber. Entstanden aus alten Prognosen, Angstbestellungen und Auslaufartikeln. Arbeitet nicht.

Wie berechnet ihr euren Überbestand?

Artikelgenau ist der Überbestand die Differenz aus Ist-Bestand und Soll-Bestand (Sicherheitsbestand plus halbe Bestellmenge). Auf Sortimentsebene reicht für den Einstieg ein Überschlag über die Reichweite:

Die Ziel-Reichweite hängt von Branche und Wiederbeschaffungszeiten ab. Bei den meisten Handels- und Fertigungsunternehmen, die wir sehen, liegt sie zwischen 1,5 und 3 Monaten.

Überschlag auf Sortimentsebene. Artikelgenau wird es erst mit Klassifizierung und Sicherheitsbeständen je Artikel, siehe ABC/XYZ-Analyse.

Überbestand abbauen heißt nicht Bestellstopp. Ein pauschaler Stopp trifft zuerst die Renner und ruiniert die Lieferfähigkeit. Abgebaut wird artikelweise: Auslaufartikel aktiv abverkaufen, Bestellmengen der Langsamdreher senken, Renner unangetastet lassen.

Wie viel Liquidität liegt in eurem Lager gebunden?

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