Sicherheitsbestand, Bestellpunkt, optimale Bestellmenge: die Rechenwege.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Sicherheitsbestand puffert Schwankungen von Nachfrage und Lieferzeit: SB = z × σ × √WBZ.
  • Der Bestellpunkt sagt, wann ihr bestellt: Ø-Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Sicherheitsbestand.
  • Die optimale Bestellmenge (Andler-Formel) balanciert Bestellkosten gegen Lagerkosten.
  • Der Rechner in diesem Artikel liefert Sicherheitsbestand und Bestellpunkt für eure Zahlen in 30 Sekunden.
  • Für sporadische Nachfrage (Z-Artikel) taugt das Normalverteilungs-Modell nicht: Dort braucht es andere Verfahren.

Wie berechnet ihr den Sicherheitsbestand?

Der Sicherheitsbestand ist der Puffer für alles, was nicht nach Plan läuft: Die Nachfrage springt, der Lieferant verspätet sich. Die Standardformel:

Der Faktor z kommt aus der Normalverteilung und wächst mit dem Service-Level-Ziel, und zwar überproportional. Genau deshalb sind die letzten Prozentpunkte Verfügbarkeit die teuersten:

Rechne es unten mit euren Zahlen durch. Modell: Zyklus-Servicegrad bei normalverteilter Nachfrage. σ liefert euer ERP als Standardabweichung der Tagesverbräuche.

Wann müsst ihr bestellen? Der Bestellpunkt.

Der Bestellpunkt ist der Bestand, bei dem ihr spätestens bestellen müsst, damit die Ware vor dem Leerlauf eintrifft. Er deckt den erwarteten Verbrauch während der Wiederbeschaffung plus den Puffer:

Gerechnet wird gegen den verfügbaren Bestand: physisch plus offene Bestellungen minus Reservierungen. Diese Prüfung prüft niemand von Hand über 5.000 Artikel. Genau sie läuft in unserem System jede Nacht automatisch je Artikel.

Welche Menge ist optimal? Die Andler-Formel.

Die optimale Bestellmenge balanciert zwei Kostenblöcke: Je größer die Bestellung, desto seltener bestellt ihr (weniger Bestellkosten), aber desto mehr Kapital liegt im Lager (mehr Lagerkosten).

In der Praxis überstimmen Verpackungseinheiten, Mindestbestellmengen und Staffelpreise die reine Formel. Sie bleibt trotzdem der richtige Startpunkt, um gewachsene Bauchgefühl-Bestellmengen zu hinterfragen.

Wo stoßen die Formeln an Grenzen?

Alle drei Formeln setzen halbwegs stabile, normalverteilte Nachfrage voraus. Drei Fälle brechen das:

Genau hier endet Excel: Formeln je Artikel pflegen, Klassen aktuell halten, Sonderfälle erkennen. In unserem System rechnet die Bestandsoptimierung das nächtlich je Artikel durch. Die Rechenwege oben bleiben die Basis, auf der ihr jedes Ergebnis nachvollziehen könnt.

Wie viel Liquidität liegt in eurem Lager gebunden?

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