VTH-Jahrestagung 2023: Bestandsoptimierung im Fachprogramm.
Das Wichtigste in Kürze
- Der VTH lud am 29. September 2023 zur Jahrestagung nach Berlin: 135 Teilnehmende aus dem technischen Handel im DACH-Raum.
- Felix Kogler sprach im Fachprogramm: „Strategien zur Verbesserung des Cashflows in Ihrem Lager."
- Die Kernzahl des Vortrags: VTH-Mitglieder bezahlen zusammen rund 14.000 € Lagerkosten, pro Stunde. Etwa ein Zehntel davon wäre vermeidbar.
- Der Weg dorthin: bessere Prognosen, klare KPIs und differenzierte Bestellzyklen statt Bauchgefühl.
Die Tagung.
„Lasst uns die Zukunft als Branche aktiv gestalten", eröffnete VTH-Vorsitzender Mario Ernst die Jahrestagung im Mercure Hotel MOA Berlin. Das Fachprogramm gab dem Großhandel für Industriebedarf einen Kompass für herausfordernde Zeiten: digitale Services, Nachhaltigkeit und EU-Green-Deal, neues Mengenwachstum und eine Markt- und Zukunftsanalyse für den technischen Handel.
Was das Lager kostet.
Felix Kogler rechnete der Branche ihre eigenen Zahlen vor: Legt man das Lagervolumen von 615 Mio. € aus dem VTH-Geschäftsbericht und einen Lagerkostensatz von 20 % des Bestandswerts zugrunde, bezahlen die VTH-Mitglieder zusammen rund 14.000 € Lagerkosten pro Stunde. Bei 10 % vermeidbarem Überbestand sind davon 1.400 € pro Stunde zu viel. Dahinter steht ein Befund der Abels-&-Kemner-Bestandsmanagement-Analyse 2021: Großhändler investieren jährlich 19 bis 30 % ihres durchschnittlichen Lagerbestandswerts zusätzlich in Lagerhaltungskosten.
Zur Einordnung, was 1.400 € pro Stunde bedeuten: aufs Jahr gerechnet der Gegenwert von rund 336 zusätzlichen Mitarbeitern für die Branche. Was der Überbestand in eurem Unternehmen kostet, zeigt der Working-Capital-Rechner.
Die Strategien.
Der Weg zu besserem Cashflow führte im Vortrag über drei Bausteine: erstens bessere Bedarfsprognosen, von der historischen Analogie über gleitende Durchschnitte und exponentielle Glättung bis zu Machine Learning. Zweitens ein Reporting mit den richtigen KPIs: Lagerreichweite, Lieferbereitschaft, Bestandsgesundheit, Prognosegenauigkeit, dazu die Renner/Penner-Analyse. Drittens differenzierte Bestellzyklen je Artikelklasse statt einer Bestellregel für alles. Und für die Umsetzung eine ehrliche Ansage: Je nach Artikelstamm und Anforderungen reicht das von Excel-Formeln über Python bis zur Bestandsoptimierungs-Software. Die drei größten Fehler dabei: falsche Strategie, fehlende Agilität und fehlendes Buy-in über alle Ebenen.


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